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Wie kann man die Augen beim Lesen entlasten?

"Fast alles was wir wissen, kam durch die Augen in den Kopf!"

Dieser Satz hat einen hohen Wahrheitsgehalt. 90% unserer Sinneseindrücke erhalten wir über das Sehen. Es ist daher leicht einzusehen, dass die Qualität der visuellen Wahrnehmung Einfluß auf die Menge unseres Wissens hat.

Beleuchtung

Eine ausreichende Beleuchtung ist beim Lesen wichtig. Bei geringer Helligkeit wird die Erkennbarkeit der Texte schwieriger und der Leser wird stärker von der Sinnerfassung des Textes abgelenkt. Messungen haben ergeben, dass die Lesegeschwindigkeit bei mangelnder Beleuchtung abnimmt.

Für das menschliche Auge sind die Wellenlängen von 380 nm bis 780 nm sichtbar. Im Bereich von 555 nm hat das Auge ein Empfindlichkeitsmaximum. Hier liegt der Bereich von grün/gelbem Licht vor. Viele künstliche Lichtquellen haben oft Lücken oder Verschiebungen in der spektralen Verteilung. So haben z.B. viele Leuchtstofflampen einen höheren Blauanteil an Strahlung als natürliches Licht. Dies führt oft zu angestrengtem Sehen.

Arbeitsposition und Körperhaltung

Der richtige und ein ausreichender Leseabstand ist für entspanntes Lesen außerordentlich wichtig. Der optimale Leseabstand ist die Strecke vom Ellenbogen bis zum zweiten Knochen des Mittelfingers. Dies ist der sog. Harmon-Abstand.

Außerdem sollte die Körperhaltung so eingenommen werden, daß die Fixierlinien der Augen zur Schreiboberfläche einen 90° Winkel bilden. Dazu muß die Lese- oder Schreibfläche leicht schräg gestellt werden.

In dieser Stellung wird, so konnte Harmon 1960 nachweisen, sowohl auf das visuelle System als auch auf die stützenden Körpermuskeln von Kopf und Rumpf am wenigsten Stress ausgeübt.

Bevor Lesen und Schreiben Allgemeingut war, gab es zumeist Mönche, die an Stehpulten geschrieben haben. Sie standen auf dem Boden und hatten schräge Schreibflächen. Sie wußten, dass man so ein wesentlich entspannteres und verzerrungsfreieres Sehen hat als bei einer waagrechten Unterlage mit schrägem Draufblick.

Personen mit visuell-motorischen Problemen arbeiten häufig mit einem sehr geringen Arbeitsabstand und zeigen zusätzlich eine asymetrische Körperhaltung. Wird der Kopf sehr schräg gehalten, so verliert man das binokulare Sehen, da die Nase wie eine Blende funktioniert.